Viele kräuter und Glasfläschchen mit Zutaten für Traditionelle Chinesische Medizin.
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Die Traditionelle Chinesische Medizin TCM

Die Traditionelle Chinesische Medizin gehört zu den bedeutendsten Naturheilverfahren und hat seinen Weg über die Kontinente längst in den Westen geschafft. Wir möchten euch an dieser Stelle mit der TCM vertraut machen und mit wertvollen Tipps und Informationen rund um diese alte Wissenschaft versorgen!

TCM - Der Mensch im Einklang mit der Natur

Gesundheit ist das höchste Gut. Seit es Menschen gibt, besteht das Streben nach Gesunderhaltung und Heilung. Unterschiedlichste Ansätze sind in den einzelnen Kontinenten entwickelt worden, doch gibt es in allen alternativen Heilmethoden einen gemeinsamen Nenner: die Natur!

Der Mensch im Einklang mit der Natur, ist auch das zentrale Thema in der Traditionellen Chinesische Medizin. Die TCM birgt eine ungemeine Vielfalt in sich, ist gut nachvollziehbar und den Westen längst erreicht. Wir möchten euch hier bei natur & ich diese Jahrtausende alte Tradition näherbringen, Schritt für Schritt und euch eine Möglichkeit geben, diese Schatztruhe zu öffnen und Gutes für Leib und Seele zu erfahren

Traditionelle Chinesische Medizin

Stell dir vor, es gäbe nur das Licht. Wie könnten wir es definieren? Wir brauchen dazu auch die Dunkelheit. Als Pendant sozusagen. Stell dir vor, es gibt nur den Gipfel. Ohne das Tal wäre er nicht vorhanden. Ob groß zu klein, ob dick zu dünn, ob Hass im Gegensatz zur Liebe oder die Jugend zum Alter. Du wirst erkennen, die Gegensätze bedingen das Leben. So auch in der Natur.

Was bedeutet Yin und Yang

Die TCM spricht von Yin und Yang, Begriffe aus der chinesischen Philosophie: Yin steht etwa für Leere oder Kälte, Yang für Fülle oder Hitze. In der Natur erleben wir, wie Ebbe die Flut bedingt, die Nacht, den Tag und der Herbst den Frühling. Aus Gegensätze entsteht Ordnung, sobald sie im gleichen Verhältnis zueinander stehen.

Genau hier setzt die Traditionelle Chinesische Medizin an. 6000 Jahre sind ihre Ursprünge zurück zu verfolgen, doch an Aktualität hat sie eher gewonnen als verloren. Denn das Geheimnis in der Traditionellen Chinesischen Medizin beruht einzig auf dem Herstellen des Gleichgewichts.

Wie wirkt die TCM?

In der TCM gibt es einen prägnanten Satz: „Kann die Energie ungehindert fließen, ist der Mensch gesund!“ Die Energie fließt durch die sogenannten Meridiane, die auch Energieleitbahnen genannt werden. Sie sind nicht sichtbar, allerdings spürbar und mittlerweile mit Hilfe technischer Geräte nachweisbar. Den Meridianenverlauf erspüren, das obliegt erfahrenen Meistern. Sie haben diese Verläufe in unzähligen Schriften und Schautafeln festgehalten, die seit Jahrtausenden im Umlauf sind. Durch ungesunde Lebensweisen, Stress und Überforderungen entstehen Blockaden in den Energieleitbahnen. Werden diese durch Entspannung und eine geregelte gesunde Lebensweise nicht gelöst, manifestieren sie sich. Neben allerlei gesundheitlichen Problemen wie Schmerzen und Entzündungen, die einen chronischen Verlauf annehmen können, ist der gesamte Energiehaushalt gestört. Hier setzt die Traditionelle Chinesische Medizin an.

TCM – die Anamnese

Geübte Ärzte untersuchen die Pulstätigkeit, die Zunge, die Hautbeschaffenheit – eben den gesamten Menschen. So stellen sie fest, welches Organ an Fülle (zu viel Qi) und an Leere (zu wenig Qi) leidet. Mit Qi Gong-Übungen, Kräutertee, Massagen, Akupunktur, Akupressur und Moxabehandlungen kann hier das Gleichgewicht wiederhergestellt werden.

Die fünf Säulen der TCM

Diese fünf Behandlungsverfahren nennt man auch die „Fünf Säulen der Traditionallen Chenesischen Medizin“. Sie können einzeln oder ineinander übergreifend und ergänzend eingesetzt werden und werden hier nach und nach von uns vorgestellt: 

Welchem Ursprung liegt die TCM zugrunde?

Der Ursprung der Traditionellen Chinesischen Medizin ist auf Jahrtausende von Jahren zurückzuführen. Ob es Mönche waren, die in jahrelanger Einsamkeit die Übungen entwickelt haben, indem sie den Ablauf der Natur und das Verhalten der Tiere studierten, Gelehrte, Ärzte? Bereits von 6000 Jahren musste man wohl bereits die gesundheitsfördernden Zusammenhänge zwischen Natur und Mensch erkannt und davon profitiert haben.

Eine Frau führt in den Dünen stehend eien Qi Gong Übung aus

Qi Gong in China

Geschichten gibt es von Kaisern unterschiedlichster Dynastien, die ihre Leute ausgeschickt habe um, Mittel gegen die Unsterblichkeit zu finden. Die mitgebrachten „Geheimen Übungen“ durften dann nur von den Regierenden ausgeübt werden und waren für das Fußvolk bei Strafe verboten. Und doch verbreiteten sie sich im gesamten Reich der Mitte. Gerade die Qi Gong Übungen sind aus der Traditionellen Chinesischen Medizin nicht wegzudenken. Noch heute seht man auf Grünflächen und vor den Fabriken und Konzernen Menschen, die ihren Tag mit Qi Gong oder Tai Chi beginnen. Sie dienen der Aktivierung der Lebenskraft, bringen Kraft und innere Ruhe dazu eine wohlige Gelassenheit, die den ganzen Tag über anhält.

„Das Gute wacht in uns!“

Laotse, chin. Philosoph, 4. - 3. Jhd. v. Chr.

TCM erobert den Westen

In den 1970er Jahren fand man schließlich auch in den sogenannten westlichen Ländern Gefallen an der Traditionellen Chinesischen Medizin. Bald standen viele Reisen an, die Ärzte nach China führten, um die Akupunktur direkt von Meistern zu lernen. „Wer einmal eine gute Behandlung mit Akupunktur erlebt hat, kann sich der schlichten Eleganz ihres Wirkens nicht mehr entziehen. Anders als der massive Einsatz typisch westlicher Medikamente wirkt Akupunktur wie ein Mix aus Ästhetik und Zauberei“, so Christian Schmincke, Gründer und Chefarzt der TCM-Klinik am Steigerwald.

TCM Kliniken

Solche Kliniken in denen die Traditionelle Chinesische Medizin in die Praxis umgesetzt wird, sind in ganz Deutschland entstanden. Ihr Ansatz ist, den Menschen in seiner Gesamtheit zu sehen, ihn nicht nur auf Symptome zu behandeln, sondern alle Aspekte seines Lebens, seiner Umwelt und seiner Lebensgewohnheiten bei der Anamnese mit einzubeziehen.

TCM – was bezahlt die Krankenkasse

Seit 2007 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten einer klassischen Körperakupunktur. So wird Akupunktur dann als eine Kassenleistung deklariert, wenn chronische Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenksarthrose entstanden sind und seit mindestens sechs Monaten bestehen. Da Akupunktur auch bei Migräne, bei Asthma und Allergiene hilfreich eingesetzt wird, zur Raucherentwöhnung und in der Schwangerschaft, übernehmen die Kassen vereinzelt die Kosten. Wichtig ist, der Arzt muss bestimmte Qualifikationen nachweisen, um überhaupt TCM, etwa die Akupunktur, anzuwenden.

Ein Tipp der Verbraucherzentrale: Viele Krankenkassen bezahlen oder bezuschussen Akupunktur auch bei anderen Erkrankungen oder bei der Geburtsvorbereitung. Dies geschieht für die Versicherten der jeweiligen Kasse dann als sogenannte freiwillige Satzungsleistung oder im Rahmen von Bonusprogrammen. Akupunktur ist also keineswegs immer eine kostenpflichtige IGeL-Leistung. Eine Nachfrage bei der eigenen Kasse vor Behandlungsbeginn lohnt sich.

Vielleicht ist die Traditionelle Chinesische Medizin auch ein Weg für dich? Wir werden uns hier weiterhin mit dieser alternativen Heilmethode befassen, die Jahrhunderte überdauert hat und noch immer aktuell ist.

Als Qi Gong Lehrerin halte ich an dieser Stelle mein Wissen nicht geheim sondern gebe dir wohltuende Qi Gong Übungen mit auf den Weg, die sich ganz leicht in den Alltag integrieren lassen. Bleib gespannt.

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