Christa Zander mit Mund-Nasenschutz hinter der Käsetheke in ihrem Bioladen
Foto: Regina de Rossi

Corona-Zeiten im Bio-Laden

Sie stehen für uns auf, die Ladenbesitzer der kleinen Biolebensmittelgeschäfte. Und sie stehen hinter dem was sie tun, gute, gesunde, nachhaltig angebaute und fair gehandelte Ware an dich und mich weiter zu geben. Was hat Corona speziell in den Bioläden für Auswirkungen gezeigt

Palatum Naturkost – mehr als ein Bioladen

Christa Zander betreibt in Achern das Palatum, einen kleinen, gut sortierten Laden mit biologisch angebauten Lebensmitteln. Von Haus aus ist sie Gärtnerin, hat in Bio- und Demeteranbaubetrieben und in Hofläden gearbeitet, bevor sie sich 2012 selbstständig machte.

Bioladen als Begegnungsstätte – dann kam Corona

Manchmal gibt es hier Musik vor dem Laden, einfach so. Ungezwungen und locker, so ist auch die Atmosphäre im Ladengeschäft. Gleich im Eingangsbereich gibt es ein wahres Paradies für Obst und Gemüseliebhaber. An der Theke gegenüber steht fast immer ein bunter Blumenstrauß. „Hast du Zeit für nen Tee?“ Eine Frage, die man nur zu gerne hört, doch selten kann man ihn zu zweit genießen. Dafür zusehen, wie Christa Zander ihre Kunden bedient, auf freundliche, zuvorkommende Art. Achtsamkeit fängt oft im Kleinen an, wie hier im Umgang mit den Kunden.

 

Palatum steht im lateinischen Sprachgebrauch für den Gaumen. Und Gaumenfreude verspricht ihr Laden, der bereits vor der Tür einen Handkarren mit Kohlköpfen, Kürbissen und Salate präsentiert.

Corona hat alles verändert

Nun aber kommen die Kunden mit Masken. Distanz wird aufgebaut, ohne dass man es will. Plötzlich sind da Regeln, die beim gebührenden Abstand beginnen und beim Anfassen des Gemüses nicht enden. „Man hat mit einem Schlag ganz andere Aufgaben zu bewältigen“, so Christa Zander. „Wo man früher unbedenklich viele Kunden im Laden haben durfte, muss man jetzt zählen, muss reglementieren und das kommt nicht bei jedem gut an!“ so die Ladenbesitzerin. Stundenlanges Masken tragen, darauf achten, dass sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig im Laden befinden, dass die Ware nicht unnötig angefasst und dass der Abstand eingehalten wird. „Da wäre mir lieb, es würde mehr Einsicht herrschen“.

Gab es einen run auf bestimmte Lebensmittel?

„Nein, das kann ich nicht sagen“, so Christa Zander, weiß aber, dass die Ingwerwurzeln recht gefragt waren. Diejenigen, die hier einkaufen, sind schon immer gesundheitsbewusst unterwegs und Hamsterkäufe gab es schon gar nicht. Allerdings wird gezielter eingekauft. Kunden, die früher zwei bis drei Mal die Woche kamen, verlegen ihren Einkauf auf einen Tag.

Fazit, wir möchten gesunde Lebensmittel und sorgen für ein gesunden Miteinander in Zeiten, die Distanz fordern aber die Herzlichkeit nicht verloren gehen soll. Das können wir doch – auch in Corona-Zeiten.

Link zum Palatum-Bioladen in Achern